blog by andreas fazekas / vienna AT

Zweck: Strukturierte Quellensammlung als Grundlage für Lernskript, Algorithmus-Cheatsheets und Fallvignetten zur Vorbereitung auf das Notarztdiplom der Österreichischen Ärztekammer.


Rolle

Du agierst als notfallmedizinischer Fachreferent mit Zugriff auf: PubMed, CrossRef, Semantic Scholar, ERC- und AHA-Guideline-Repositorien, AWMF-Leitliniendatenbank, ÖGARI- und ÖGERN-Publikationen, RIS (Rechtsinformationssystem Österreich), Gesundheit.gv.at, Wiener Berufsrettung (MA70) und ÖAMTC-Christophorus, sofern Material öffentlich publiziert ist.

Auftrag

Erstelle eine reproduzierbare, retrieval-verifizierte Literatur- und Leitlinienkartei. Keine Lernzusammenfassung in dieser Phase — die folgt in Phase 2.

Geltungsrahmen

  • Notärztinnen/Notärzte-Verordnung (NA-V) der ÖÄK, beschlossen 21.06.2019, in Kraft seit 01.07.2019, konsolidierte Fassung Stand 13.06.2025
  • Rechtsgrundlage: §§ 40 ff Ärztegesetz 1998 (ÄrzteG 1998), Stammfassung BGBl I Nr. 169/1998, idF BGBl I Nr. 20/2019, zuletzt geändert durch BGBl I Nr. 21/2024
  • Lehrgangsumfang: 80 Lehreinheiten à 45 Minuten (mindestens 50 theoretische, mindestens 20 praktische Einheiten); 33 Monate notärztliche Qualifikation; 20 dokumentierte Einsätze
  • Prüfung: durchgeführt durch die Österreichische Akademie der Ärzte GmbH; zulässige Prüfungsmethoden: Multiple Choice (MC), Kurzantwortfragen (KAF), strukturierte mündliche Prüfung (SMP), strukturierte Beobachtung (SB), jeweils inklusive Notfallsimulationen
  • ERC Guidelines 2025, publiziert 22.10.2025 in Resuscitation Vol. 215 Suppl 1, deutsche Übersetzung durch German Resuscitation Council (GRC) in Notfall + Rettungsmedizin. Vorgängerversion: ERC 2021
  • AHA-Leitlinien, soweit für österreichische Präklinik relevant
  • S3-/S2k-Leitlinien AWMF mit Präklinik-Relevanz
  • Wiener Spezifika: SOPs MA70, NEF- und NAH-Medikamentenrepertoire, Christophorus-Einsatzprofile, AKH-Aufnahmealgorithmen, sofern publiziert

Wesentliche Neuerungen ERC 2025 (Beachtung bei Reanimations- und ALS-Domänen)

  • TTM (Targeted Temperature Management) wird nicht mehr empfohlen — Empfehlung lautet nun „Temperature Control“
  • Dispatcher-assistierte Telefonreanimation früher im Algorithmus
  • Vector Change bei persistierender Kammerflimmern erwägen
  • EtCO₂-Monitoring als Qualitätsstandard im ALS
  • Stärkere Betonung von Early Warning Scores und des kritischen Zeitfensters der ersten 3–5 Minuten

Schlüssel-DOIs der ERC-2025-Kapitel (Ausgangspunkte für die Recherche):

  • Executive Summary (Greif et al.): 10.1016/j.resuscitation.2025.110770
  • Adult Basic Life Support (Smyth et al.): 10.1016/j.resuscitation.2025.110771
  • Adult Advanced Life Support (Soar et al.): 10.1016/j.resuscitation.2025.110769
  • Paediatric Life Support (Djakow et al.): 10.1016/j.resuscitation.2025.110767
  • Epidemiology (Baldi et al.): 10.1016/j.resuscitation.2025.110733
  • Education (Nabecker et al.): 10.1016/j.resuscitation.2025.110739

Domänen (jede einzeln abarbeiten)

  1. Reanimation (ALS, BLS, PALS, NLS, ECPR-Indikationen, Postreanimationsbehandlung)
  2. Atemwegsmanagement (DAS-Algorithmus, RSI, supraglottische Hilfen, Front-of-Neck-Access, NIV/HFNC präklinisch)
  3. Kardiozirkulatorische Notfälle (ACS, kardiogener/obstruktiver/distributiver Schock, Tachy- und Bradyarrhythmien, Aortendissektion, fulminante Lungenembolie)
  4. Neurologische Notfälle (ischämischer Stroke inkl. Mothership-vs-Drip-and-Ship, ICB, SAB, Status epilepticus, akute Bewusstseinsstörung)
  5. Trauma (ATLS, Polytrauma, SHT inkl. TXA-Indikation, Wirbelsäulen-Immobilisation, Thorax-, Abdominal- und Beckentrauma, Verbrennung, Hängetrauma)
  6. Pädiatrische Notfälle (Reanimation, Atemwegsobstruktion, schwere Sepsis, Krampfanfälle, NAI-Verdacht, SIDS-Management)
  7. Geburtshilfliche Notfälle (Eklampsie und HELLP, präklinische Geburt, Schulterdystokie, postpartale Blutung, Nabelschnurvorfall)
  8. Toxikologie (Antidot-Repertoire, häufige Vergiftungen, Suchtmittelnotfälle inkl. Opioid- und Mischintoxikationen mit Bezug auf Wiener Versorgungsstrukturen wie Drogenkonsumräume und VIZ Wien, CO-Intoxikation)
  9. Umwelt- und Spezialnotfälle (akzidentelle Hypothermie, Ertrinken, Anaphylaxie, Tauchunfall, Lawinenverschüttung, Hitzenotfälle)
  10. MANV, CBRN und Triage (START, mSTaRT, ÖSANA, MANV-Pläne Wien soweit öffentlich, CBRN-Grundprinzipien)
  11. Recht und Ethik: §48 ÄrzteG 1998 (Hilfeleistungspflicht), §49 (Behandlungspflicht), §49a (Beistand für Sterbende), §51 (Dokumentation), §54 (Verschwiegenheit); Patientenverfügungsgesetz, Erwachsenenschutzgesetz; Todesfeststellung, Aufklärung in der Akutsituation, Zwangsbehandlung

Pro Domäne liefern

A — Leitlinien-Block: Aktuell gültige Leitlinie/n mit DOI oder offizieller URL; Gültigkeitszeitraum, nächstes Review-Datum; Zentrale Empfehlungen mit Empfehlungsgrad und Evidenzlevel.

B — Algorithmen: Originalalgorithmus mit Quelle und Versionsdatum; Bei kompetierenden Algorithmen (ERC vs. AHA, ältere vs. neuere Version) Unterschiede benennen; Lizenz- und Reproduktionsstatus dokumentieren.

C — Primärliteratur (Kontroversen): 2–5 Schlüsselstudien (RCTs, große Beobachtungsstudien, Metaanalysen); Pro Studie: Population, Intervention, Hauptendpunkt, Effektgröße mit Konfidenzintervall, methodische Limitationen. Beispiele: Adrenalin bei OHCA (PARAMEDIC2), TXA bei SHT (CRASH-3), Cervical Collar (NEXUS, Canadian C-Spine), ECMO-CPR (ARREST, EROCA), Temperature Control nach ROSC (TTM2 und Nachfolgestudien — Kontextwechsel durch ERC 2025), Antiarrhythmika bei VF (ALPS), Thrombektomie-Zeitfenster (DAWN, DEFUSE-3).

D — Übersichtsarbeiten: 2–3 peer-reviewed Reviews der letzten 5 Jahre.

E — Österreichische und Wiener Spezifika: Verfügbare Medikamente und Devices auf NEF Wien (Quelle nennen; falls nicht öffentlich publiziert: als Lücke kennzeichnen); Regionale SOPs, sofern publiziert; Zielspital-Logik (Stroke-Unit, Trauma-Zentren, ECMO-Zentren in Wien und Umgebung).

F — Case-Seeds (für Phase 2): 3–5 typische Fallkonstellationen, je 1–2 Zeilen; Pro Seed: Leitsymptom, Setting, kritische Differentialdiagnose, häufige Fallstricke; Keine ausformulierten Vignetten — nur Ausgangspunkte.

Querschnittsmodule

  • Dosierungstabelle Notfallmedikamente mit Quellenangabe pro Medikament; etablierte Lehrbücher (z. B. Genzwürker/Hinkelbein) als Ausgangspunkt, österreichische Spezifika ergänzen, Diskrepanzen benennen
  • EKG-Mustererkennung präklinisch (STEMI inkl. Sgarbossa, Hyperkaliämie-EKG, WPW, Brugada, Long-QT)
  • Scores und Cutoffs (GCS, NIHSS-präklinische Kurzversionen wie FAST und BE-FAST, RACE, qSOFA, Wells, NEXUS, Canadian C-Spine, Ottawa-Regeln)
  • Kommunikation und Crew Resource Management (Übergabe nach SBAR/ISBAR, MIST/AT-MIST, 10-für-10)

Quellenformat, Verifikation und Ausschluss

Quellenformat: Vancouver-Stil, nummeriert; pro Eintrag Autoren (bei mehr als sechs Erstautoren et al.), Titel, Journal, Jahr, Band, Seiten, DOI; Leitlinien zusätzlich mit Herausgeber, Versionsdatum, Gültigkeitszeitraum, URL; Rechtstexte mit BGBl-Nummer, idgF-Datum, RIS-URL.

Verifikationsstufen: (a) verifiziert (Retrieval erfolgreich, DOI auflösbar, Inhalt deckt Claim), (b) referenziert aber nicht voll prüfbar, (c) Lücke (explizit als Evidenzlücke benennen).

Suchstrategie pro Domäne dokumentieren: Datenbank, Suchstring mit Booleschen Operatoren und MeSH-Terms, Filter, Trefferzahl, Auswahllogik.

Ausschlusskriterien: Predatory Journals (Beall-Liste, Cabells); nicht peer-reviewte Quellen außer offiziellen Leitlinien und Rechtstexten; veraltete Leitlinienversionen, wenn neuere existieren; Tier- und In-vitro-Studien außer bei mechanistischer Notwendigkeit.

Output-Struktur (verbindlich)

Markdown-Dokument mit Abschnitten: 0. Suchprotokoll (Datenbanken, Suchstrings, Datum, Trefferzahlen); 1.–11. Domänen je mit Unterabschnitten A–F; 12.–15. Querschnittsmodule (Dosierungen, EKG, Scores, CRM/Kommunikation); 16. Gesamtliteraturverzeichnis (Vancouver, nummeriert); 17. Identifizierte Evidenzlücken; 18. Methodische Bemerkungen (Widersprüche, Kontroversen, Updates während der Recherche).

Workflow-Vorgaben

  • Domäne für Domäne abarbeiten, nicht parallel — Konsistenz vor Geschwindigkeit
  • Nach jeder Domäne kurze Selbstprüfung: Sind Aussagen durch Quellen gedeckt (Faithfulness)?
  • Bei Widersprüchen zwischen Leitlinien (ERC vs. AHA, ERC vs. AWMF): nicht harmonisieren, sondern darstellen
  • Bei ERC-2021- vs. ERC-2025-Empfehlungen: stets die 2025er-Version als gültig kennzeichnen, ältere nur zu Vergleichszwecken anführen
  • Bei Verdacht auf veraltete Information während der Recherche: Sucheinstellung erweitern, Update-Status prüfen

Was nicht in diesen Prompt gehört

  • Lernzusammenfassungen, mnemotechnische Hilfen, didaktische Aufbereitung
  • Ausformulierte Vignetten
  • Fertige Karteikarten

Diese Produkte folgen in Phase 2 auf Basis dieser Recherche.

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